02. Oktober 2019

Neue Priorin im Kloster St. Johann in Müstair

Am 2. Oktober 2019 fand unter der Leitung des Abtpräses Christian Meyer aus dem Kloster Engelberg die Priorinnenwahl im Kloster St. Johann in Müstair statt. Sr. Aloisia Steiner aus Taufers i.M. im Südtirol/Italien wurde zur neuen Priorin auf drei Jahre gewählt. Die emeritierte Priorin Domenica Dethomas feierte dieses Jahr ihren 75. Geburtstag und hat das Kloster in den letzten sieben Jahren nach der Regel des hl.Benedikt geleitet. Priorin Sr. Aloisia ist seit 38 Jahren im Kloster Müstair und mit der Gemeinschaft und der Talbevölkerung sehr verbunden.

Das Kloster St. Johann in Müstair wurde im 8. Jahrhundert von Karl dem Grossen als benediktinisches Mönchskloster gegründet. Im 12. Jahrhundert hielten Benediktinerinnen Einzug ins Kloster. Im Jahre 1810 wurde die Abtei zu einem Priorat. Seit 1244 Jahren atmen die Mauern des Klosters den benediktinischen Geist. Priorin Aloisia ist die 58. in der Reihe der Oberinnen, welche die Geschicke des Klosters leiteten. Heute leben neun Benediktinerinnen im Kloster St. Johann in Müstair. Sie stammen aus der Schweiz, aber auch aus Deutschland und dem angrenzenden deutschsprachigen Südtirol in Italien.

Die zurückgetretene Priorin Domenica lebt seit genau 50 Jahren im Kloster Müstair. Sie ist die einzige in der Gemeinschaft, welche aus Müstair stammt. Nur 100m vom Kloster entfernt aufgewachsen, hat sie das Kloster ihr Leben lang begleitet. Ihr war der Kontakt zur Talbevölkerung immer ein grosses Anliegen. Sie war lange Zeit Kindergärtnerin, später Museumsmitarbeiterin sowie Subpriorin und ab 2012 Priorin.

Priorin Aloisia wurde 1951 in Taufers i. M. geboren und führte als junge Frau den landwirtschaftlichen Hof der Familie. Bereits in den 70er Jahren hatte sie als Mitarbeiterin im Gästebereich des Klosters Kontakt zu den Klosterfrauen von Müstair. Ihr Wunsch ins Kloster einzutreten entwickelte sich in diesen Jahren. Sie trat dann im Alter von 30 Jahren ins Kloster St. Johann in Müstair ein und legte 1983 ihre Profess ab. Sie wirkte im Haushalt, in der Küche, der Trachtenstickerei und Näherei. Eine Aufgabe, die ihr sehr am Herzen liegt ist die Betreuung der Gnadenkapelle.  Dazu gehören die den Betenden vertrauten „Fürbitt-Röschen“. Einen Dienst, den sie jetzt schon weiter führen möchte ist die Sorge um das tägliche Brot zu den Mahlzeiten der Schwesterngemeinschaft. Ganz im Sinne des ersten Wortes der Regel des hl. Benedikt „Höre“, hatte sie immer ein offenes Ohr für die Begleitung der philippinischen Mitschwestern. Ein „Hören“, das sie als neue Priorin für die gesamte Gemeinschaft schärfen möchte.

Nach der Wahl der neuen Priorin wurden die Glocken der Klosterkirche festlich geläutet. Das Homagium fand in einem feierlichen Rahmen in der Klosterkirche statt. Alle Schwestern schenkten der neuen Priorin den Friedensgruss und damit die besten Wünsche für Ihr neues Amt, Kraft und Gottes Segen.