1512: Errichtung der Castelmurabtei

Barbara von Castelmur errichtete sich ihre Residenz im Nordtrakt

Die Abtei der Barbara von Castelmur bestand aus einem grossen Vorraum mit Schürloch zum Stubenofen, die reich geschnitzte Abteistube mit Erker, Kachelofen und Ofenbank und die Schlafkammer mit Tür zum Klosterarchiv und einem Ausgang zum nördlichen an die Fassade gehängten Abort. Dieser private und kontrollierte Zugang zum Archiv ist eine Spezialität. Er wurde später verschlossen und durch einen Zugang von Süden her ersetzt.

Charakteristisch für das spätgotische Täferwerk sind die vor dem Einbau angebrachten, horizontalen Kammstriche. Die Stube wurde mit à jour gearbeiteten Masswerkfriesen geziert und punktuell farbig gefasst. Auch die Schlafkammer erhielt reichen Flachschnitzdekor.

 

Castelmurabtei veränderte sich im Laufe der Zeit

Die Castelmurabtei wurde von den Nachfolgerinnen weiter genutzt und partiell umgestaltet. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Stube mit hellgrauem Steinmehl ausgemalt und im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts wurden die Täferflächen mit dem leuchtenden, aber arsenhaltigen Schweinfurtergrün ausgemalt. Später kamen noch weitere Weisselungen hinzu. Die lockeren und giftigen Schichten wurden entfernt, die übrigen Schichten wurden belassen und so zeigt sich die Stube heute in barocker Fassung.

Abtei, Versammlungsraum, Mehlkammer und Studienraum für Novizinnen

Die Abteistube scheint über lange Zeit Versammlungsraum gewesen zu sein, davon zeugen die Wandbänke. Im 20. Jahrhundert diente der Raum als Webstube, Mehlkammer, Teppichdepot und Aushilfsbüro. In Zukunft soll die Stube Teil des Noviziats sein und den Novizinnen als Aufenthalts- und Studienraum dienen.

 

Restaurierung noch nicht abgeschlossen

Das ehemalige Schlafzimmer und die Vorhalle der Castelmurabtei harren noch der Restaurierung. Da die Finanzierung dieser Arbeiten noch nicht gänzlich gesichert ist, freut sich die Stiftung Pro Kloster St. Johann über jede Spende, die die Arbeiten zur Renovierung vorantreiben und damit das Warten der Nonnen auf einen "neuen" Studienraum verkürzen.