03. avril 2016

René Fasser - er wird im Kloster fehlen

Unser geschätzter Mitarbeiter René Fasser ist plötzlich am 3. April 2016 von uns gegangen. Wir trauern um ihn.

René war seit 2004 im Kloster St. Johann in Müstair tätig. Zunächst immer in der Sommersaison, dann immer öfter, immer mehr, immer intensiver. 2012 wurde er vom Kloster angestellt, 2014 dann von der Stiftung Pro Kloster St. Johann in Müstair. Er arbeitete eng zusammen mit Uoli Grond, dem Klosterschreiner. Die Freude, die er ausstrahlte bei der Arbeit, seine ruhige Art, seine Offenheit, seine Hilfsbereitschaft werden uns tief in Erinnerung bleiben. Vor allem werden wir René immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht in Erinnerung behalten. Er war für uns und für das Kloster eine Bereicherung.

 

Jürg Goll war bis 2012 Bauhüttenmeister im Kloster. Hier sein Nachruf, dem wir uns alle anschliessen:

René war mit Leib und Seele Maurer. Kaum ein Handwerker entwickelte ein solches Gespür für die Mauer und den Mörtel wie er. Er war nicht derjenige, der Kubikmeter bolzen wollte, sondern dem Wesen des Mauerwerks nachspürte. Wissbegierig suchte er nach den richtigen Sanden, dem Verhältnis der Korngrössen, den Farben der gebrannten Kalke, ihrer Konsistenz und das Mischungsverhältnis zwischen Sand und Kalk. Damit nicht genug: Er beherrschte, wie man den Mörtel aufträgt, in wie vielen Schichten, wie viel Zeit er braucht und wie man seine Oberfläche behandelt. Er lernte die Sgraffito-Technik und vermittelte sie mit Freude weiter. Diese Fähigkeiten erprobte René und entwickelte sich zum Meister der Restaurierung. Kunstvoll ergänzte er karolingische, gotische oder neuzeitliche Verputze. Die restaurierte Heiligkreuzkapelle legt Zeugnis ab von seinem Können. Die Bauhütte des Klosters durfte sich glücklich schätzen, ihn als Pfleger der Mauern und Verputze des Unesco Welterbes zu haben. René lebte seinen Beruf, und wer ihn lebt, liebt ihn. Das Kloster hat mit René einen Könner und einen Freund verloren. Wir trauern um ihn.

Die Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen des Klosters St. Johann in Müstair

 

 

Auch die Klosterfrauen erinnern sich an René:

René war immer hilfsbereit und sofort zu Stelle wenn man ihn rief.

Von seiner Arbeitsweise lässt sich nur Gutes sagen. Er konnte nicht nur Klostermauern ausbessern und restaurieren, er verstand es auch, die Kaffeemaschine in der Klosterküche zu flicken und Vieles mehr. So hat er für uns einmal eine kleine Herz Jesu Statue, die defekt war, wieder instand gesetzt, so professionell wie ein Restaurator. In Gesprächen verstand er es auch zu scherzen. Nie sahen wir ihn mürrisch oder ungeduldig.

Was uns besonders beeindruckt hat, war sein Respekt gegenüber dem Konvent und der Schwestern. Wie er uns einmal anvertraute, lehrte er seine Kinder auch beten!

Dass René ein guter Mensch war, beweist auch seine Eintragung als Organspender. So hat er über den Tod hinaus noch Gutes gewirkt. Bei Gott zählt doch vor allem die Absicht. René, grazia per tuot quai cha Tü ans hast dat. Reposa in pasch.

Las muongias da Müstair