20. January 2015

Mönche - Nonnen - Amtsträger

Ein biografisches Handbuch zum Kloster St. Johann in Müstair

 

Zum Ausklang des grossen Jubiläumsjahres Karls des Grossen gibt das Staatsarchiv Graubünden eine neue Publikation zum Kloster Müstair heraus. Das Buch «Mönche – Nonnen – Amtsträger. Ein biografisches Handbuch zum Kloster St. Johann in Müstair (8. bis 21. Jahrhundert)» stellt erstmals alle geistlichen und weltlichen Personen vor, die im Dienste des Klosters Müstair standen. Insgesamt werden über 500 Biografien präsentiert. Das Buch füllt als prosopografisches (kollektivbiografisches) Werk eine Forschungslücke der überregionalen Kirchengeschichte. Zudem stellt es die kulturelle Bedeutung des Klosters für die Val Müstair und die angrenzenden Gebiete dar.

Zunächst werden die bekannten Äbte und Mönche des 8. und 9. Jahrhunderts aufgeführt. Dann folgt eine Liste aller Benediktinerschwestern seit dem Ende des 12. Jahrhunderts, denen zuerst Äbtissinnen, dann ab 1810 Priorinnen vorstanden. An dritter Stelle werden die Spirituale katalogisiert. Es folgen die Pröpste bzw. Klosterverwalter, deren Aufgabe die Administration des Klosters sowie die Interessenvertretung nach aussen war. Schliesslich werden die Inhaber der Kastvogtei aufgezählt.

Die rund 500 Kurzbiografien des Bandes erforderten aufwendige Recherchen in verschiedenen Archiven. Sie ermöglichen tiefe Einblicke sowohl in die spirituelle als auch in die ökonomische und soziale Lebenswelt der Klosterinsassen. Insbesondere wird aufgezeigt, dass viele Nonnen über ihr spirituelles Leben hinaus auch Beschäftigungen im sozialen oder schulischen Bereich übernahmen. Sie bildeten einen wichtigen Bestandteil des kulturellen Netzwerks in- und ausserhalb der Val Müstair.

Zu den Autoren:
Die beiden Historiker haben für die vorliegende Untersuchung im umfangreichen Klosterarchiv Müstair sowie in verschiedenen Archiven im Südtirol, im Veltlin oder in Graubünden recherchiert und genaue biografische Daten erschlossen.

Josef Ackermann (*1960) hat an der Universität Zürich Geschichte und Germanistik studiert, wo er 2009 promovierte. Danach arbeitete er bis 2013 am Bündner Urkundenbuch mit. Er wohnt in Mädris/Vermol und beschäftigt sich als freischaffender Historiker.
Ursus Brunold (*1948) studierte an den Universitäten Basel und Fribourg und arbeitete bis Ende 2013 als wissenschaftlicher Adjunkt am Staatsarchiv Graubünden. Er wohnt in Zizers und widmet sich seit der Pensionierung verschiedenen Forschungsvorhaben.

 

Josef Ackermann / Ursus Brunold:
Mönche – Nonnen – Amtsträger.
Ein biografisches Handbuch zum Kloster St. Johann in Müstair (8. bis 21. Jahrhundert).
Quellen und Forschungen zur Bündner Geschichte (QBG), hrsg. vom Staatsarchiv Graubünden: Band 31

415 Seiten mit 55 teils farbigen Abbildungen,
Hardcover mit Fadenheftung und Schutzumschlag, Format 160 x 230 mm
Das Buch kann im Klosterladen gekauft werden.