07. March 2016

Studierende der "Konzeptuellen Denkmalpflege" in Müstair

Aus dem Fürstenzimmer des Klosters St. Johann wurde vorübergehend ein Skriptorium der ganz besonderen Art.

Die Studierenden des Masterlehrgangs "Konzeptuelle Denkmalpflege" und ihr Dozent, der aus Venedig stammende Kalligraph Giovanni de Faccio, durften aufgrund einer besonderen Erlaubnis der Priorin am vergangenen Freitag und Samstag die einführende Lehrveranstaltung zum Thema "Kalligrafie und Schrift" im Fürstenzimmer des Klosters Müstair absolvieren.

Dr. Josef Perger, wissenschaftlicher Leiter des Studiengangs war beigeistert: "Dieser im 17. Jahrhundert durch Äbtissin Ursula Karl von Hohenbalken so sorgsam ausgestaltete und ebenso erhaltene Raum hat das Bemühen um feine Schriftzüge wunderbar unterstützt. Der sanfte Schneefall im Klosterhof hat nochmals etwas dazugegeben. In all der Stille, die das Üben verlangt, war Begeisterung zu spüren."

Der Studiengang "Konzeptuelle Denkmalpflege" ist an der Donau-Universität Krems in Österreich angesiedelt und findet in Krems (A), in Mals (I) und im Kloster St. Johann in Müstair (CH) statt. Er dauert 5 Semester und ist berufsbegleitend. Die Enschreibungen für den Herbst 2016 laufen bereits.

Hintergrund des Studiengangs "Konzeptuelle Denkmapflege" ist die Wichtigkeit einer nachhaltigen und denkmalschutzgerechten Sanierung historischer Bausubstanz. Um den Anforderungen sowohl von Seiten der Denkmalpflege als auch von Bauwirtschaft bzw. Bauträger gerecht zu werden, gilt es, ein Gespür für die verschiedenen Materialien der historischen Bausubstanzen zu entwickeln, zu verstehen, wo und unter welchen Umständen sie erfolgreich eingesetzt werden können, die zugehörigen Techniken zu kennen und unter den heutigen Bedingungen erfolgreich anzuwenden, nicht zuletzt durch das Zusammenführen der Leistungen unterschiedlicher Gewerke am Bau.

Dieser Lehrgang wird von der Stiftung Pro Kloster St. Johann in Müstair unterstützt, da es auch von der Stiftung ein grosses Anliegen ist, das Wissen über den Umgang mit historischer Bausubstanz auch den künftigen Generationen weiter zu geben.

 

Foto ©Ruth Schönthaler